Kleiner Ausflug in die Konzertkritik

1969 spielte Jefferson Airplane in der Hamburger Musikhalle. Augenzeugen berichten von einem magischen, psychedelischen Erlebnis. Eine Benchmark in Sachen Sound, Licht und Bühnenshow.

Neun Jahre später spielte die Nachfolgeband Jefferson Starship einige Konzerte in Europa. Jefferson Starship waren mittlerweile satt, reich, Superstars. Erste Deutschlandshow: Lorely vor 10.000 Zuschauern.  Dort kam es zum Eklat: wenige Minuten vor „stagetime“ sagten sie ihre Show ab.  Der Star der Band, die Sängerin Grace Slick, hatte Magenprobleme. Ob Lebensmittel- oder Alkoholvergiftung ist bis heute nicht bekannt. Die konsequente Antwort des Publikums: fast das gesamte Equipment wurde zertrümmert, geklaut oder in Brand gesteckt.

Wenige Tage später waren Jefferson Starship erneut in Hamburg angekündigt. Offiziell als Wiedergutmachungskonzert. Die Band lieh sich Instrumente, Verstärker, PA von örtlichen Bands. Nach dem zähen Vorprogramm (Brand X) betraten die Woodstock-Helden die Bühne. Doch Woodstock war gestern. Die Band war konfus. Grace Slick war volltrunken. Immer wieder torkelte sie von der Bühne, ging in das Publikum, setzte sich auf den Schoß von Besuchern in der ersten Reihe, beschimpfte sie als Nazis, während sich die restlichen Musiker redlich mühten, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Nach kurzer Zeit war die erste Reihe leer. Dennoch war ich beseelt: sie spielten einige meiner Lieblingssongs. Doch dieses Konzert sollte das Ende einer Ära sein. Die Band kam in dieser Konstellation nie wieder zusammen. Grace Slick wurde nach dem Gig gefeuert. Der Rest der Band spielte im Anschluss zwei Shows in England. Einige Jahre später gab es eine neue Formation um Grace Slick namens „Starship“, die einige Rock-Hits landen konnte.

Den damaligen Sänger der Band, Marty Balin, sah ich 2015 in einem kleinen Club in New York.  Nach seinem Gig stand er einsam an der Bar. Ich sprach ihn auf das  Hamburger Konzert an. Seine Miene verzog sich: “That was the worst gig ever – don’t remind me of this one.“ Ich ersparte ihm meine Meinung zu seinem gerade absolvierten Gig. Unter uns: Hamburg war besser.

1969 spielte Jefferson Airplane in der Hamburger Musikhalle. Augenzeugen berichten von einem magischen, psychedelischen Erlebnis. Eine Benchmark in Sachen Sound, Licht und Bühnenshow.

Neun Jahre später spielte die Nachfolgeband Jefferson Starship einige Konzerte in Europa. Jefferson Starship waren mittlerweile satt, reich, Superstars. Erste Deutschlandshow: Lorely vor 10.000 Zuschauern. Dort kam es zum Eklat: wenige Minuten vor „stagetime“ sagten sie ihre Show ab. Der Star der Band, die Sängerin Grace Slick, hatte Magenprobleme. Ob Lebensmittel- oder Alkoholvergiftung ist bis heute nicht bekannt. Die konsequente Antwort des Publikums: fast das gesamte Equipment wurde zertrümmert, geklaut oder in Brand gesteckt.

Wenige Tage später waren Jefferson Starship erneut in Hamburg angekündigt. Offiziell als Wiedergutmachungskonzert. Die Band lieh sich Instrumente, Verstärker, PA von örtlichen Bands. Nach dem zähen Vorprogramm (Brand X) betraten die Woodstock-Helden die Bühne. Doch Woodstock war gestern. Die Band war konfus. Grace Slick war volltrunken. Immer wieder torkelte sie von der Bühne, ging in das Publikum, setzte sich auf den Schoß von Besuchern in der ersten Reihe, beschimpfte sie als Nazis, während sich die restlichen Musiker redlich mühten, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Nach kurzer Zeit war die erste Reihe leer. Dennoch war ich beseelt: sie spielten einige meiner Lieblingssongs. Doch dieses Konzert sollte das Ende einer Ära sein. Die Band kam in dieser Konstellation nie wieder zusammen. Grace Slick wurde nach dem Gig gefeuert. Der Rest der Band spielte im Anschluss zwei Shows in England. Einige Jahre später gab es eine neue Formation um Grace Slick namens „Starship“, die einige Rock-Hits landen konnte.

Den damaligen Sänger der Band, Marty Balin, sah ich 2015 in einem kleinen Club in New York. Nach seinem Gig stand er einsam an der Bar. Ich sprach ihn auf das Hamburger Konzert an. Seine Miene verzog sich: “That was the worst gig ever – don’t remind me of this one.“ Ich ersparte ihm meine Meinung zu seinem gerade absolvierten Gig. Unter uns: Hamburg war besser.